Samstag, 24.8.2024
19.30 Uhr

«Das Ewig Weibliche»

LIEDERABEND IM RAHMEN DER 3. GOETHE TAGE ANDERMATT

Franziska Heinzen, Sopran
Benjamin Mead, Piano
Isabel Karajan, Rezitation

Mit Gretchen, Suleika und Mignon kommen verschiedene Frauenfiguren Goethes in Vertonungen von Schubert, Liszt, Wolf u.a. zu Wort. Der Liederabend mit Franziska Heinzen (Sopran), Benjamin Mead (Piano) und Isabel Karajan (Rezitation) findet im Rahmen der 3. Goethe Tage Andermatt statt.

Preise: CHF 90 / 75 / 60 / 45

Programm

Lieder von Schubert, Liszt, Wolf, Schönberg, Beethoven u.a.

Über das Programm

10 Verse, 23 Worte, 135 Buchstaben. Das sind die nüchternen Zahlen zu einem Gedicht Johann Wolfgang von Goethes, in dem er das Glück der Liebe und die Tragik des Lebens in so schlicht daherkommendem Ton charakterisiert, dass es beinahe naiv wirkt. – Und dennoch bringt Goethe damit eine ganze Welt auf den Punkt: «Freudvoll / Und leidvoll / Gedankenvoll sein, / Langen / Und bangen / In schwebender Pein, / Himmelhoch jauchzend, / Zum Tode betrübt; / Glücklich allein / Ist die Seele, die liebt.» Schwankend, voller emotionaler Gegensätzlichkeit liegen hier die Freude am Bestehen und die Furcht vor dem Ende der Liebe beieinander. Damit thematisiert Goethe das Paradox, dass nur die unerfüllte, gefährdete, heimliche oder unsichere Liebe das höchste Glück verspricht und die Euphorie und die Melancholie eines Liebenden zusammengehören. Oder konkreter gesagt: einer Liebenden. Denn die Worte in Goethes «Egmont» spricht Clärchen, die bürgerliche Geliebte des Titelhelden, die sich mit ihrer Liebe über sozial-gesellschaftliche und moralische Normen hinwegsetzt und nach Egmonts Verhaftung Selbstmord begeht, anstatt ein bürgerlich-angepasstes Leben zu führen.

Damit kommt Clärchen womöglich Goethes abstrakter Vorstellung des Ewig-Weiblichen nahe, das als Schlusspunkt von «Faust II» formuliert wird («Das Ewig-Weibliche / Zieht uns hinan»). Was genau Goethe darunter subsumierte, bleibt vage. Der Begriff wird in Zusammenhang mit der ewigen Liebe gelesen, ohne dass eine Gleichsetzung möglich wäre: Denn es ist vielmehr das Ewige oder Göttliche, das sich im Weiblichen offenbart sowie die Empfänglichkeit des Menschen für die Liebe und die Hingebung an sie. Wie vielfältig das Thema um «Goethes Frauengeschichte(n)» ist, soll im Liederabend und den Goethe Tagen thematisiert werden: Da sind mit der Grossmutter, der Mutter und mit seiner geliebten Schwester Cornelia die direkten Verwandten; da sind Bekanntschaften und Freundschaften mit Frauen; da sind Geliebte; da ist Christiane Vulpius, die er nach 18 Jahren Beziehung heiratete; da sind Goethes berühmte Frauenfiguren wie Gretchen, Suleika, Clärchen, Mignon, die – oft an lebenden Vorbildern orientiert – idealisiert und überhöht dargestellt werden; und da ist ein Frauenbild, das in teilweise zynischen und abfälligen Bemerkungen die Vorurteile einer Männergesellschaft widerspiegeln und im Kontrast zu seinen idealisierten Frauengestalten und seinen persönlichen Vorlieben stehen.

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