Samstag, 5.6.2027
19.30 Uhr

Heimatland! Schweizer Sinfonik

SINFONIEKONZERT

Fazıl Say, Klavier
Swiss Orchestra
Lena-Lisa Wüstendörfer, Leitung

Gleich zwei Klavierkonzerte von Mozart präsentiert der Pianist Fazıl Say im Konzert mit dem Swiss Orchestra unter der Leitung von Lena-Lisa Wüstendörfer. Komplettiert wird das Programm – wie beim Swiss Orchestra Tradition – durch zwei unbekannte Trouvaillen der Schweizer Spätromantik.

Preise: CHF 135 / 105 / 85 / 60 / 45

Programm

JOSEPH LAUBER
Suite romande

WOLFGANG AMADEUS MOZART
Klavierkonzert Nr. 12 A-Dur KV 414
Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466

PAUL JUON
Eine Serenadenmusik op. 40

Über das Programm

Manchmal muss man einfach etwas wagen. So wie Wolfgang Amadeus Mozart, als er 1781 seine sichere Anstellung in Salzburg aufgab, um in Wien freischaffend vom Komponieren und Konzertieren zu leben. Das Klavierkonzert Nr. 12 entstand in dieser Umbruchszeit, als Mozart schon erste Erfolge verzeichnen konnte, aber noch lange nicht etabliert war. Also schuf er 1782 ein Werk, das ein «Mittelding zwischen zu schwer und zu leicht» sein sollte, damit «auch Kenner allein Satisfaction erhalten – doch so – dass die Nichtkenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen warum.» Um sein Stück auch an privat musizierende Laien bringen zu können, legte Mozart das Klavierkonzert so an, dass zur Begleitung auch ein Streichquartett ausreichend wäre. Ausserdem erhoffte er sich, durch Subskriptions-Angebote zu vier Dukaten (ähnlich dem heutigen Crowdfunding) seine Stücke von Mäzenen mitfinanzieren zu lassen. Dies gelang ihm nur bedingt, die Uraufführung des Werks war dennoch ein Erfolg. Und Mozarts Wagemut wurde belohnt: 1785 finanzierte sich das Klavierkonzert Nr. 20 in d-Moll allein durch die inzwischen etablierten Subskriptionskonzerte, bei denen Mozart selbst in die Tasten griff – kaum war die Tinte auf dem Notenpapier getrocknet. Der Meister war mittlerweile so gut im Geschäft, dass er seine Stücke ‹à la minute› fertigstellen musste. Das Wagnis Wien war aufgegangen.

Auch der türkische Pianist und Komponist Fazıl Say scheut keine Herausforderung, weder die couragierte Kritik an gesellschaftlichen Missständen in seiner Heimat noch die pianistischen Anforderungen auf der Konzertbühne: Say präsentiert in Andermatt gleich beide Klavierkonzerte, wobei sich die Nr. 20 in ihrem künstlerischen Anspruch eindeutig an Virtuosen statt an begabte Laien richtet. Gerahmt wird das Programm von Werken zweier fast vergessener Schweizer Komponisten: Joseph Lauber, geboren in Ruswil bei Luzern, aufgewachsen im Jura, schuf Ende des 19. Jahrhunderts ein beachtliches Œuvre, in dem immer wieder Eindrücke aus der alpinen Natur seiner Heimat aufblitzen. Der aus einer Graubündner Zuckerbäckerfamilie stammende Paul Juon kam in Moskau zur Welt und erfüllte sich seine Sehnsucht nach der Schweiz erst im Alter. Doch vergass er sein Geburtsland nie, wie osteuropäischen Anklänge in Form einer «Quasi Polka» im Andante seiner «Serenadenmusik» belegen. Lauber und Juon – nie gehört? Dann gehen auch Sie ein Wagnis ein und entdecken Unbekanntes neu.

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